Vogelberingung

Was es mit den Ringen auf sich hat

Durch die Beringung von Vögeln wird deren Biologie und Ökologie erforscht, d.h. es können Daten zu Zugrouten, Bruterfolg, Überlebenswahrscheinlichkeit oder Populationsentwicklung gesammelt werden. Die so gewonnenen Erkenntnisse sind Grundlage für gezielte Schutzmaßnahmen, so dass z.B. Rastplätze geschützt oder auch Schutzgebiete ausgewiesen werden können. Beringt werden Vögel meistens mit Metallringen, die in der Regel mit einer speziellen Zange um die Beine der Vögel befestigt werden. Oft werden innerhalb von Forschungsprojekten Vögel auch zusätzlich mit Farbringen markiert, um Individuen leichter voneinander unterscheiden zu können. Weitere Besonderheiten von Vogel-Markierungen sind Farb-Halsringe bei Wasservögeln, Flügelmarken bei Greifvögeln oder auch Farbringe in verschiedenen Kombinationen an den Beinen.

Die Beringung von Jungvögeln erfolgt oft am Nest, Altvögel werden dagegen mit speziellen Netzen oder anderen Fangeinrichtungen gefangen und beringt. Fangen und Beringen dürfen jedoch nur Personen, die hierfür eine Genehmigung der zuständigen Behörden und eine spezielle Ausbildung (Beringerschein) haben, sowie bei einer der Beringungszentralen als Beringer gemeldet sind.

Bei Beobachtungen, Wiederfängen oder Totfunden werden die Ringe abgelesen und an eine der Vogelwarten gemeldet. Die meisten Vogelwarten/Beringungszentralen sind miteinander vernetzt. In der Datenbank kann nachverfolgt werden, wann der Vogel wo beringt wurde und wie oft die Ringnummer an welchen Orten abgelesen wurde. Durch die Vielzahl aller bisher beringten Vögel (über 200 Millionen Vögel weltweit) und die Vielzahl der wiederholten Sichtungen/Ablesungen der Ringnummern hat man die Zugrouten verschiedenster Zugvogelarten herausgefunden. Die Ringfunde liefern jedoch lediglich Punkte, die miteinander verbunden werden können. Im Vergleich dazu stellen Sender, v.a. Satellitensender genauere Daten und auch Informationen über den Aufenthalt im Winter (Dauer des Aufenthalts, Bewegungsmuster im Winterquartier) zur Verfügung. Einige Sendertypen liefern auch Informationen zu Stoffwechsel und Verhalten der Vögel. Satellitensender sind jedoch im Vergleich zum Körpergewicht der meisten Vögel noch zu schwer und werden erst bei größeren Vögeln wie z.B. dem Weißstorch oder Kuckuck eingesetzt. Ein weiteres Problem der Satellitentelemetrie ist, dass die Sender sehr teuer sind und daher in einem Projekt nur wenige Individuen mit einem Sender ausgestattet werden.

Welche Informationen enthält ein Ring?

  • Wann beringt wurde: Nestlinge: linkes Bein, Fänglinge (also erwachsene Tiere): rechtes Bein
  • Inschrift des Ringes: Hinweis, von welcher Vogelwarte der Ring ausgegeben wurde
  • Ringnummer: GN102522 gibt eine eindeutige Zuordnung zu einem bestimmten Individuum
  • G steht dabei für die Ringgröße (Durchmesser 7mm, d.h. z.B. Lachmöwe, Schwarzspecht, Turmfalke)

Galerie zu Ringen bei Lachmöwen

Bei der Beringung bekommt eine Lachmöwe immer einen Metallring mit einer Inschrift von mehreren Zeilen. Angegeben ist die Beringungszentrale z.B. "Museum PRAHA" bei einer tschechischen Möwe, "Gdansk" für  oder "Helgoland Germany" für die Beringungszentrale in Norddeutschland.

© Philipp Herrmann
© Philipp Herrmann
© Philipp Herrmann
Metallring | © Dr. Stefan Böger